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Im Handwerk Geld verdienen

Michael Weber (3.v.r.) wirbt für das Handwerk. Er selbst ist ein gutes Beispiel. Nach der Lehre bei der Firma Betz übernahm er diese vor zehn Jahren.  Fotos: Potengowski

Firma Betz präsentiert sich auf dem Berufsinfomationstag des Rotary Clubs im Bürgerhaus Nidda. Michael Weber schilderte in einem Interview seine persönliche Erfolgsgeschichte.

Mit ihrem Berufsinformationstag haben die Rotarier eine wichtige Kontaktbörse für Schüler geschaffen. In Nidda stellten rund 40 Arbeitgeber die Berufe ihrer Unternehmen vor. Dabei wurden auch konkrete Kontakte für eine mögliche Ausbildung geknüpft.

Früher sei die Berufswahl einfacher gewesen, erklärte Rotary-Präsident Gert Holle, hauptberuflich als Öffentlichkeitsreferent der evangelischen Arbeitsgemeinschaft der Dekanate Büdingen, Nidda und Schotten tätig. Dass Jugendliche nicht mehr den Beruf von den Eltern vorgeschrieben bekommen, birgt neben der Freiheit, sich selbst zu entscheiden, auch die Verantwortung zu einer sorgfältigen Wahl.

Holle dankte der Stadt Nidda und Bürgermeister Hans-Peter Seum, dass sie die Veranstaltung unterstützten und das Bürgerhaus zur Verfügung stellten. So hätten die Schüler die Möglichkeit, mit Vertretern der Firmen, Handwerkern und Auszubildenden über ihren Berufswunsch zu sprechen.

Rund 120 Jugendliche nutzten die Gelegenheit, sich auch über unbekannte Berufsfelder zu informieren. Dabei konzentrierte sich das Interesse auf Bürotätigkeiten. An den Ständen von Rechtsanwaltskanzleien, Architekten und der Polizei waren häufig Jugendliche im Gespräch zu beobachten.

Deutlich ruhiger war es dagegen bei den Vertretern des Handwerks. „Das Interesse lässt zu wünschen übrig“, bedauerte Michael Weber, Inhaber der Elektro-Firma Betz. Andererseits lobte er, „die Schüler, die heute hier sind, wissen, warum sie hier sind. Die sind sehr interessiert“.

Ein Stück weiter war die 15-jährige Lea am Stand der Echzeller Bäckerei Löber im Gespräch mit Inhaberin Christine Penow. Natürlich kommt auch das Thema „früh Aufstehen“ zur Sprache. „Ich bin Bäcker, aber ich schlafe auch gern lang“, räumte Penow ein. Auch Leas Eltern sprechen das Problem im Vorbeigehen an. „Wenn man seinen Traumberuf gefunden hat, dann macht man auch was dafür“, zeigte sich die Schülerin aber entschlossen. „Das sind schöne Berufe, aber schlecht bezahlt“, spricht Lea ein anderes Vorurteil über das Handwerk an. Penow entgegnet, dass sie einen Bäcker kennt, der 2 400 Euro verdient – netto wohlgemerkt. „Es ist sehr schwierig, Azubis zu kriegen“, sagte Penow, die vor knapp zwei Jahren den Betrieb ihrer Eltern übernommen hat. „Die Jugendlichen sind häufig sehr interessiert, aber die Eltern sagen, mach was Gescheites.“ Dabei seien die Zukunftschancen im Handwerk sehr gut. „Wir müssen Nachfolger für die Betriebe ausbilden, da kann man auch Geld verdienen“, erklärte Penow.

Diese Chance hatte auch Weber ergriffen, als sie ihm geboten wurde. „Ich habe Hauptschule gemacht und das Glück gehabt, bei der Firma Betz lernen zu dürfen.“ Mit 32 Jahren sei er Meister gewesen. Vor zehn Jahren habe er die Firma als Nachfolger des früheren Inhabers übernommen. Weber ist jetzt Chef von 160 Mitarbeitern. „Und es macht immer noch Spaß“, schildert er eher beiläufig seine persönliche Erfolgsgeschichte. „Früher war das Thema immer, Handwerk muss in der Familie bleiben“, schilderte Weber. Inzwischen habe bei den Unternehmern ein Umdenken eingesetzt. „Wichtig ist, dass das, was sie über Jahrzehnte aufgebaut haben, fortbesteht. Und es ist heute auch wichtig, an die Region zu denken.“ Wenn es keine Nachfolger für die zahlreichen mittelständischen Unternehmen gebe, wirke sich das auf die gesamte Infrastruktur aus.

Auch deshalb bedauerte Weber, dass wenige Schüler sich für das Handwerk interessierten. Von 146 Schülern, die im vergangenen Jahr in der Schottener Vogelsbergschule abgegangen seien, „haben 19 eine Ausbildung gemacht, der Rest ist auf weiterführende Schulen“. Ein Problem sei, dass viele Lehrer keinen Bezug zum Handwerk hätten und eher zu einer Fortsetzung der Schullaufbahn rieten. „Wenn die jungen Leute studieren, sind sie weg und kommen nicht wieder.“ Weber nannte aber noch ein weiteres Problem. „Ich glaube, dass das Image des Handwerks ein bisschen gelitten hat. Man macht sich die Hände dreckig.“ Diesbezüglich seien die Handwerkskammern, aber auch die Betriebe gefordert. „Ich glaube, dass es wichtig ist, die Eltern mitzunehmen, weil sie meist für die Kinder entscheiden.“

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Quelle: Kreis-Anzeiger

Kategorie: Aktuelles, Nachwuchswerbung, Veranstaltungen & Events

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